Herkunft & Originalquellen
- Küche
- Nigeria
- Verortung dieser Fassung
- Westafrika · Nigeria
- Originalname
- Jollof Rice
- Quellensprachen
- Englisch (Nigeria)
Die dokumentierte Fassung und ihre Einordnung stehen im Quellennachweis.
1 Originalquelle ansehen1 Die Quelle der Authentizität
Der Name „Jollof“ geht auf das Jolof-Reich (Wolof-Reich) zurück, das vom 14. bis 19. Jahrhundert Teile des heutigen Senegal, Gambia und Mauretaniens beherrschte – an den Reisanbaugebieten des Senegal-Flusses liegt die eigentliche Wurzel des Gerichts, wo es bis heute Thiéboudienne bzw. Ceebu Jën heißt. Über Handelsrouten der Djula-Diaspora verbreitete sich die Grundidee – Reis in würziger Tomatensauce – entlang der westafrikanischen Küste, wo mit der Tomate aus der Neuen Welt im 19. Jahrhundert die heute als „Jollof Rice“ bekannte Form entstand, wie die nigerianische Food-Historikerin Ozoz Sokoh (Kitchen Butterfly) dokumentiert. Dieses Rezept katalogisiert bewusst die nigerianische „Party Jollof“-Ausprägung – die rauchige Festtagsversion, die traditionell in gusseisernen Töpfen über Feuerholz gart, bis der Topfboden leicht anbrennt („bottom pot“). Nigerianische Köchinnen replizieren diese Rauchnote auf dem Herd, indem der fertig gedämpfte Reis am Ende für wenige Minuten in einem blanken Edelstahltopf bewusst anrauchen darf – verwandt mit dem spanischen Socarrat oder dem persischen Tahdig. Genau diesen Schritt lassen die meisten Rezepte außerhalb Westafrikas aus.
- Kitchen Butterfly – Around the World in Bottom Pot · Englisch (Nigeria) · abgerufen 22. Juli 2026
2 Zutaten
Tomaten-Paprika-Basis (püriert)
- 350 g Reife Fleischtomaten
- 450 g Rote Paprika (Original: Tatashe – große milde Spitzpaprika)
- 150 g Rote Zwiebel
- 18 g Scotch-Bonnet-Chili (Original: Ata Rodo, ca. 2 Stück)
- 60 ml Wasser
Würzung
- 3 g Getrockneter Thymian (ca. 1 EL)
- 7 g Currypulver (ca. 1 EL)
- 2 Lorbeerblätter
- 2 Brühwürfel Huhn/Rind (Original: Maggi- oder Knorr-Würfel)
- Salz, weißer Pfeffer (nach Bedarf)
Röstbasis & Reis
- 120 ml Neutrales Pflanzenöl
- 150 g Rote Zwiebel (fein gewürfelt)
- 70 g Tomatenmark
- 4 Knoblauchzehen (fein gehackt)
- 15 g Ingwer (gerieben)
- 800 g Langkornreis, parboiled
Brühe & Finish
- 775 ml Heiße Hühner- oder Rinderbrühe (750–800 ml)
- 30 g Butter
- 1 Tomate (in Scheiben)
- 1 Kleine rote Zwiebel (in Scheiben)
3 Zubereitung
- Basis pürieren: Tomaten, Paprika, Zwiebel, Scotch-Bonnet und Wasser im Mixer fein pürieren.
- Röstbasis aufbauen: Öl in einem großen, schweren Topf erhitzen, gewürfelte Zwiebel 3–5 Min. glasig dünsten. Tomatenmark einrühren und 5 Min. kräftig mitbraten, bis es dunkelrot wird – das nimmt der Sauce die spätere Säure. Knoblauch, Ingwer und Lorbeerblätter 2 Min. mitrösten.
- Sauce einkochen: Pürierte Basis zugießen, bei mittlerer Hitze offen 15–20 Min. einkochen, bis sich das Öl sichtbar an der Oberfläche absetzt – erst dann ist der rohe Geschmack verkocht.
- Würzen: Thymian, Currypulver, Brühwürfel, Salz und Pfeffer einrühren, 2–3 Min. mitkochen und abschmecken.
- Reis einarbeiten: Gespülten, abgetropften Reis zugeben und wenden, bis jedes Korn von Sauce überzogen ist.
- Dämpfen: Heiße Brühe angießen (Gesamtflüssigkeit ca. das 1- bis 1,25-fache der Reismenge). Kurz aufkochen, dicht abdecken (notfalls Folie unterlegen), Hitze sofort auf niedrige Stufe reduzieren, 20–30 Min. gedämpft garen – nicht rühren, Deckel nicht anheben.
- Die Rauchnote (Party-Jollof-Technik): Ist der Reis gar und die Flüssigkeit aufgesogen, Hitze für 3–5 Min. auf hohe Stufe stellen, bis vom Topfboden deutlich Rauch aufsteigt – nur im unbeschichteten Edelstahl- oder Gusseisentopf möglich. Sobald der Rauchgeruch durchdringt, Herd ausschalten, Topf zugedeckt ruhen lassen.
- Finish: Butter sowie Tomaten- und Zwiebelscheiben unterheben, Lorbeerblätter entfernen.
- Servieren: Locker mit der Gabel auflockern, ohne stark zu rühren. Klassisch mit gebratenen Kochbananen (Dodo), Hähnchen oder Coleslaw.
Bild: Wikimedia Commons: Jollof rice.jpg – Salamisa (gemeinfrei)
